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Schwarzes Brett

EKM - Pfarrbereich Bennstedt - Schochwitz

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Schwarzes Brett

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
 

Freiheit ist ein hohes Gut. Wir leben – Gott sei Dank!! – in einer freiheitlichen
Gesellschaft, in der so ziemlich alles erlaubt ist, was nicht ausdrücklich ver-
boten ist. Wie kostbar Freiheit ist, können möglicherweise vielleicht nur die-
jenigen wirklich wertschätzen, die  Erfahrungen mit Diktatur und Unfreiheit
gemacht haben, etwa in der DDR oder in anderen Ländern. Reisefreiheit,
Meinungsfreiheit, Pressefreiheit – das ist für uns schon so selbstverständlich,
dass manche das gar nicht mehr als etwas Kostbares wahrnehmen.
 

Ihr seid frei! Das verkündet der Apostel Paulus den Gemeindegliedern in
der griechischen Stadt Korinth. Der christliche Glaube befreit von Zwängen.
Mehr Freiheit bedeutet allerdings auch mehr Verantwortung. Denn wenn
ich zwischen verschiedenen Möglichkeiten wählen kann, muss ich selbst
abwägen, was gut und nützlich ist und was nicht. Freiheit wird dann miss-
braucht, wenn sie auf Kosten anderer durchgesetzt wird. Bei der gegen-
wärtigen Diskussion um den Privatkredit des Bundespräsidenten und seinen
Umgang damit wird deutlich, wie schwierig es beispielsweise ist, die Balance
zwischen Pressefreiheit und Schutz der Privatsphäre einzuhalten. Oder: Die
Freiheit, nach Schnäppchen und Billigangeboten zu jagen, wird dann pro-
blematisch, wenn nicht danach gefragt wird, unter welchen Bedingungen
die billigen Produkte in Asien produziert werden, wo Arbeiterinnen in chi-
nesischen Fabriken oft eher Sklavinnen als freie Menschen sind.
 

„Ihr seid frei!“ Verkündet Paulus. Und er gibt gleich eine Orientierung mit,
wie die Freiheit zu gestalten ist, nämlich im Sinne der Nächstenliebe. Das
kann manchmal auch bedeuten, aus Rücksicht auf andere auf das eine oder
andere zu verzichten. Im 1. Korintherbrief geht es um die Frage, ob Christen
Fleisch essen dürfen, das von heidnischen Opferritualen stammt. Dürft ihr.
Sagt Paulus. Das ist kein Problem, solange ihr Gott dafür dankt, dass er es
ist, der euch mit Nahrung versorgt. Wenn aber eure Mitchristen noch nicht
so gefestigt sind und in Anfechtung geraten, dann solltet ihr Rücksicht neh-
men und auf entsprechendes Opferfleisch verzichten, auch wenn ihr selbst
damit kein Problem habt.
 

Gott schenkt uns Freiheit. Dieses Geschenk sollen und dürfen wir dankbar
annehmen. Er schenkt uns auch die Freiheit zu verzichten und uns selbst
zu beschränken, wenn es die Freiheit der anderen tangiert. Die bald be-
ginnende Passions- und Fastenzeit führt uns vor Augen, auf was Jesus alles
verzichtet hat – ganz aus freien Stücken und uns zuliebe. Der Monatsspruch
lässt sich vielleicht so zusammenfassen: Weniger ist manchmal mehr. Damit
die Nächstenliebe wachsen und reifen kann.
 

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen
 

Ihr Pfarrer Heiner Urmoneit

(c) Fischbach 2007-2012

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